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Artikel-Schlagworte: „Bulgarien“

Staatsdefizit: Wo steht Bulgarien

Im Zuge der massiven Finanzprobleme in Griechenland soll hier einmal kurz die Situation in Bulgarien dargestellt werden. Ist die Lage in Bulgarien, das in den letzten Jahren leider viele negative Schlagzeilen produziert hat, vergleichbar ernst? Drohen womöglich ähnliche Finanzprobleme oder gar eine Staatspleite in Bulgarien?

Gestern veröffentlichte Eurostat, die Statistikbehörde der EU, eine Übersicht der derzeitigen Staatsschulden, der Neuverschuldung und weiterer Indikatoren aller EU-Mitgliedsstaaten. Diese Werte sollten sich gut miteinander vergleichen lassen. Hier in Tabellenform eine Auflistung der staatlichen Neuverschuldung (ein negativer Wert bedeutet, dass die staatlichen Ausgaben höher sind als die Einnahmen) und der Gesamtschulden. Die Werte sind jeweils als Prozentzahl des Bruttoinlandprodukts berechnet.

Der Vergleich mit der Wirtschaftsleistung des jeweiligen Landes gibt einen guten Überblick über die Lage der dortigen Staatsfinanzen.

Defizit in Bulgarien, Griechenland und Deutschland

Defizit in Bulgarien, Griechenland und Deutschland

Wie man erkennt, ist die Lage in Bulgarien wesentlich besser als in Griechenland. Selbst gegenüber Deutschland, das hier zum Vergleich noch mit aufgeführt ist, schneidet Bulgarien besser ab. In den letzten Jahren konnte Bulgarien regelmäßig einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften. Zusammen mit der boomenden Wirtschaft und eines somit steigenden BIPs führte dies zu einer Abnahme des Verschuldungsgrades. Bulgarien ist eines der EU-Mitglieder mit der geringsten Staatsverschuldung.

Im vergangenen Jahr 2009 rutschte auch der bulgarische Haushalt ins Minus, doch dank des geringen Verschuldungsgrades fällt es der bulgarischen Regierung wesentlich leichter, ihre finanzielle Handlungsfähigkeit zu bewahren. Zudem hat die Regierung betont, dass die Senkung des Defizits eine ihrer Hauptaufgaben sein wird. Das Staatsdefizit in Bulgarien gibt also keinen größeren Grund zur Sorge.

Arbeitsmarkt in Bulgarien – neue Statistik für Q3/2009

Das Nationale Statistische Institut (NSI) hat eine Statistik über den Arbeitsmarkt in Bulgarien im 3. Quartal 2009 veröffentlicht. Trotz der Wirtschaftskrise sind die Beschäftigungszahlen relativ stabil geblieben.

Insgesamt 234.500 Bulgarinnen und Bulgaren waren im Berichtszeitraum von Arbeitslosigkeit betroffen (127.000 Männer und 107.500 Frauen). Damit betrug die Arbeitslosenquote 6.7 Prozent , was einen Anstieg um 1.6 Prozentpunkte verglichen mit dem dritten Quartal 2008 bedeutet.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt deutlich höher: mit einem Wert von 16,5 Prozent dürfte Bulgarien hier im europäischen Vergleich eher schlecht dastehen.

Von den Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die dem bulgarischen Arbeitsmarkt prinzipiell zur Verfügung standen, gingen 67,7 Prozent einer Beschäftigung nach. Im Vorjahr betrug dieser Wert 68,5 Prozent.

Für das Jahr 2010 wird jedoch mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet, derzeit ist insbesondere im Bausektor bereits ein deutlicher Anstieg erkennbar.

Der Arbeitsmarkt in Bulgarien 2009/10

Die wirtschaftliche Krise zeigt mehr und mehr auch Auswirkungen auf den bulgarischen Arbeitsmarkt. Wie das Nationale Statistische Institut (NSI), die staatliche bulgarische Statistikbehörde, gestern mitteilte, ging die Zahl der Arbeitnehmer nach vorläufigen Berechnungen von Juni 2009 bis September 2009 um 2,7 Prozent auf 2,34 Millionen zurück.

Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2008 konnte sogar ein Rückgang von 6,3 Prozent festgestellt werden. Erwartungsgemäß war der Bausektor hiervon am stärksten betroffen, binnen eines Jahres ist die Beschäftigung in dieser traditionell volatilen Branche um 16,3 Prozent zurück gegangen.

Der bereits seit längerem zu beobachtende Rückgang der Preise für Immobilien hält unterdessen weiter an. Grund hierfür sind insbesondere die ausbleibenden ausländischen Investitionen, die Bulgarien in den letzten Jahren einen Bauboom beschert hatten. Da der Arbeitsmarkt der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung üblicherweise mit einer gewissen Zeitverzögerung hinterherläuft, ist mit einem weiteren Absinken der Beschäftigung und einer steigenden Arbeitslosigkeit in Bulgarien zu rechnen.

Die Arbeitslosenquote belief sich im zweiten Quartal 2009 auf 6,3 Prozent, verglichen mit 5,8 Prozent im zweiten Quartal 2008. Dieser Wert dürfte aber in den nächsten Monaten stark zunehmen.

Personal in Bulgarien – neuer Internetauftritt

In eigener Sache: Wir haben unseren Internetauftritt www.balkaninvest.eu einmal gründlich “generalüberholt” und das Design dem neuen Logo angepasst. Nach und nach werden Sie dort Informationen rund um das Thema Personal finden, natürlich mit einem klaren Bulgarien-Bezug. Eine bulgarische Version ist auch bereits verfügbar.

Als staatlich lizensierter Personalvermittler ist die Firma Balkaninvest.eu ein kompetenter Partner bei der Suche nach geeignetem Personal in Bulgarien und Europa. Geschäftlicher Schwerpunkt ist die Vermittlung deutschsprachiger Kräfte, sowohl innerhalb Bulgariens, als auch von Bulgarien nach Deutschland (und umgekehrt).

Sollten Sie sich einmal in Pazardzhik aufhalten, dürfen Sie unserem dortigen Büro gerne einen Besuch abstatten! Aber die einfachste Art der Kommunikation ist ja das Internet und die E-Mail, und Treffen lassen sich auch in Sofia, Plovdiv, etc. arrangieren. Unser Team freut sich auf die Anfragen interessierter Firmen und qualifizierter Kandidaten, die sich beruflich weiter entwickeln möchten, vorzugsweise per E-Mail – die Kontaktdaten finden Sie auf der Seite www.balkaninvest.eu.

Fortschrittsbericht Bulgarien 2009

Gestern wurde der neue Fortschrittsbericht Bulgarien der EU-Kommission veröffentlicht. Dieser analysiert in regelmäßigen Abständen die Entwicklung des Landes in diversen Bereichen und hierbei insbesondere die Übernahme bzw. Anwendung des EU-Rechts.

In der Pressemitteilung der EU-Kommission wird der Abschnitt über Bulgarien mit folgendem Satz begonnen:

Der Fortschrittsbericht zu Bulgarien stellt einen Mentalitätswandel zum Positiven hin fest und zeigt einige von Bulgarien seit dem Kommissionsbericht vom Juli 2008 unternommene praktische Schritte auf.

Eine positive Entwicklung also – das hört sich schon einmal gut an. Insbesondere werden die Fortschritte in der Kriminalitätsbekämpfung unterstrichen und auf die ersten Verurteilungen wegen Beteiligung an organisierter Kriminalität hingewiesen. Das bulgarische Justizwesen war in der Vergangenheit immer das Ziel von Kritik aus Brüssel.

Doch gerade in der Korruptionsbekämpfung sieht die EU-Kommission noch Handlungsbedarf:

Es fehlt an einer breiten Unterstützung durch die Politik und einer überzeugenden Strategie, die die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität in Bulgarien zu einer Top-Priorität macht.

Die Veröffentlichung des Berichts zu einem Zeitpunkt, zu dem der triumphale Wahlsieger Bojko Borissov gerade dabei ist, sein Kabinett zusammenzustellen (es läuft alles auf eine Minderheitsregierung hinaus), ist reiner Zufall – der letzte Fortschrittsbericht zu Bulgarien und Rumänien war im Juli 2008 veröffentlicht worden.  Doch könnte Borissov, der neue starke Mann in Bulgarien, aus dem Bericht sicherlich die ein oder andere Phrase aufgreifen und für seine Zwecke instrumentalisieren. Die Bulgaren hoffen auf jeden Fall, dass eine neue Regierung unter Bojko Borissov die Bekämpfung der weit verbreiteten Korruption engagierter angeht als die abgewählte Dreierkoalition um den Vorsitzenden der Sozialisten, Sergei Stanischew.

Der Fortschrittsbericht Bulgarien der EU-Kommission kann hier auf der Seite der EU-Kommission heruntergeladen werden.

3 Fragen an…Ivan-Alexander Jung

Der gebürtige Hesse Ivan-Alexander Jung (Projektmanager und Consultant für Online Marketing) lebt und arbeitet seit April 2008 in Varna. Er ist mit Desislava Jung verheiratet und hat einen Sohn.

Im Internet finden man ihn hier:    http://suxi.blogspot.com/

Drei Fragen an Ivan-Alexander Jung

Frage: Warum ein Bulgarien-Blog?

Der Blog war früher ein Autoblog, siehe ältere Posts. Nachdem ich aber nach Bulgarien gezogen bin und nicht mehr an solche Autos komme, habe ich angefangen über Bulgarien zu posten. Mein Vorbild war der Blog englishrussia.com. Ich dachte mir, sowas kannst du auch über Bulgarien schreiben. Mein Ziel war es sowohl Kuriositäten, Informatives aber auch etwas Persönliches für die Daheimgebliebenen über Bulgarien zu sammeln und zu präsentieren.

Frage: Was macht den besonderen Reiz an Bulgarien aus?

Bulgarien ist im sogenannten Westen noch sehr unbekannt, die meisten verbinden mit dem Land die Schlagwörter Korruption, Mafia oder armes exkommunistisches Land auf dem Balkan. Zum Teil ist das durchaus auch zutreffend, die Bulgaren und die sogenannten Eliten selbst leisten ihren Beitrag dazu.

Es gibt aber auch das Bulgarien hinter den Kulissen und das ist für mich in erster Linie die reizvolle, vielseitige und zum Teil ursprüngliche Natur. Man findet auf recht kleinem Raum tolle Strände, Berge zum Wandern und Skifahren und interessante Landschaften. Dann kann man auch sehr gut essen und wunderbare bulgarische Weine dazu trinken. Die Menschen sind herzlich, können aber auch manchmal recht ruppig sein.

Auch ist das Leben etwas relaxter als im Westen, eine gewisse Manana-Mentalität herrscht vor. Vieles sieht nur auf dem ersten Blick aus, wie man es gewohnt ist, funktioniert allerdings nicht selten genau andersrum. Um sich in Bulgarien wohl zu fühlen muss man die deutsche Brille ablegen.

Frage: Als Deutscher in Bulgarien sollte man…

Als Deutscher in Bulgarien sollte man gewisse Dinge einfach nehmen, wie sie sind und nicht versuchen, die Bulgaren “erziehen” zu wollen. Am deutschen Wesen… Auch wenn die Bulgaren zum Besserwissen neigen, reagieren sie verschnupft, wenn man ihnen zeigen will, wo es langgeht.


Vielen Dank an Ivan-Alexander Jung und weiterhin viel Erfolg in Bulgarien.

Immobilienpreise – Entwicklung in Bulgarien

Gestern war auf Novinite nachzulesen, dass die Immobilienpreise in Bulgarien stark nachgegeben haben. Was nicht verwunderlich ist, denn ein Abwärtstrend ist in der Baubranche schon seit einem guten Jahr erkennbar.

Jetzt präsentiert Novinite auch endlich einmal Zahlen, um dies zu belegen. Als Quelle wird eine Brokerfirma “Adress” genannt.

Hier ein kleiner Auszug:

In the capital Sofia the decline is from 16% to 38%, while Varna registered a decline from 7% to 48%. The lowest registered price is in Sofia’s “Lyulin” quarter – EUR 454 per square meter for a “new construction” apartment.

Nun ist das Preisgefälle in Sofia nicht gerade unerheblich und Lyulin ein Stadtteil, in dem nicht unbedingt die Reichen und Schönen wohnen. Ganz am Ende der Stadt gelegen, praktisch Flughafen -> Zentrum -> noch ein sehr langer Weg -> Lyulin. Aber das Quadratmeterpreise von unter 500 Euro wieder zu sehen sind, deutet doch darauf hin, dass die Überhitzung des Immobiliensektors ein Ende hat.

Als eine weitere Quelle sei noch auf die nationale Statistikbehörde NSI (also das bulgarische Pendant zum deutschen Statistischen Bundesamt) verwiesen. Dort ins diesbezüglich eine regelmäßige Statistik interessant, die die Verkaufspreise der Immobilien pro Quadratmeter miteinander vergleicht, und das quartalsweise. Hier habe ich das für die letzten fünf Quartale  einmal grafisch zusammengefasst:

Immobilienstatistik Bulgarien

Immobilienstatistik Bulgarien

Erkennbar ist, dass der Wendepunkt im Quartal 2 und 3 / 2008 erreicht war. Die drei untersuchten Regionen Sofia (Nur der Stadtbezirk), Varna und Veliko Turnovo zeichneten sich in den letzten Jahren durch starke ausländische Investitionen aus. Sofia vor allem als Wirtschaftszentrum des Landes, die beiden anderen als touristische Destinationen und auch als bevorzugte Anlaufstellen für Einwanderer aus Westeuropa. Somit ist hier – wie zu erwarten – die stärkste Abwärtsbewegung erkennbar. Für ganz Bulgarien ist der Abwärtstrend moderater, aber trotzdem signifikant.