Mitarbeitermotivation als Teil des Employer Branding – Teil 1

Als Beginn unserer neuen Reihe Mitarbeitermotivation als Teil des Employer Branding wollen wir heute zwei Aspekte beleuchten, die in der Studie “Arbeitsmotivation 2015” der Manpower Group Deutschland als wichtigste Motivationsfaktoren für Arbeitnehmer genannt wurden – ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten sowie flexible Arbeitszeiten.

Als wichtigster Faktor für Arbeitsmotivation wurde ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten ausgemacht. Insgesamt gaben 65 Prozent der Befragten an, motivierter zu sein, wenn sie gut mit Kollegen und Vorgesetzten klarkommen. Auch wenn die Prozentzahl geringer als im Vorjahr ist (77 Prozent), gilt ein gutes Miteinander nach wie vor als wichtigster Motivationsfaktor.

Pierre Bourdieu prägt das soziale Kapital

Pierre Bourdieu "in Aktion" (Foto: alicia gaudí, creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
Pierre Bourdieu „in Aktion“ (Foto: alicia gaudí, @flicker.com, creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

 

Die bekannteste wissenschaftliche Auseinandersetzung zum positiven motivationalen Einfluss eines guten Verhältnisses zwischen Kollegen und Vorgesetzten findet sich in der Theorie des sozialen Kapitals des französischen Soziologen und Sozialphilosophen Pierre Bourdieu. Soziales Kapital beschreibt dabei kollektive Vorteile, die aus sozialen Beziehungen zwischen verschiedenen Menschen, im Falle eines Unternehmens also die Beziehungen zu Mitarbeitern und Vorgesetzten, entstehen.

Soziales Kapital setzt für die letztendliche Kooperation und das Schenken von Unterstützung, Hilfeleistungen oder Anerkennung ein hohes Maß an Vertrauen voraus. All diese Eigenschaften sowie ein hohes Maß an Vertrauen führen zu starker intrinsischer Motivation der Angestellten und zu höherer Leistungsbereitschaft. Ein Mitarbeiter, der sich nicht wohlfühlt, ist kein guter Arbeiter. Es müssen nicht zwangsläufig freundschaftliche Beziehungen entstehen, allerdings propagiert das soziale Kapital ein angenehmes, hilfsbereites Arbeitsklima, das zu kollegialen Beziehungen und einer langfristigen Bindung der Mitarbeiter führt.

Flexible Arbeitszeiten wichtiger Motivationsfaktor

Als zweitwichtigsten Motivationsfaktor charakterisierten Mitarbeiter in der Studie “Arbeitsmotivation 2015” der Manpower Group Deutschland flexible Arbeitszeiten. Insgesamt waren 50 Prozent der Befragten der Meinung, dass Gleitzeit oder Arbeitszeitkonto wichtige Motivationsfaktoren sind. Im Vorjahr waren lediglich 67 Prozent der Befragten der Meinung, dass flexible Arbeitszeiten die Motivation der Mitarbeiter positiv beeinflussen – das Stimmungsbild ist also rückläufig.

Doch auch wenn sich flexible Arbeitszeiten grundsätzlich gut anhören und auf fast jeder Stellenausschreibung als Anreiz zu finden sind, kommen Forscher der Universität Minnesota zu dem Ergebnis, dass flexibel arbeitende Eltern keine nennenswerten Zeiteinsparungen haben. Das heißt also, dass auch Arbeitnehmer mit flexiblen Arbeitszeiten nicht mehr Zeit für ihre Kinder aufbringen können. Dafür haben flexible Arbeitnehmer allerdings mehr Zeit für sich selbst und fühlen sich weniger gestresst, was vorteilhaft für das eigene Wohlbefinden und die eigene Leistungsbereitschaft ist.

Glückliche Arbeiter positiv für Unternehmensbild

Gute Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten sowie flexible Arbeitszeiten steigern die Motivation und Leistungsbereitschaft der Angestellten und beeinflusst die langfristige Bindung wichtiger Mitarbeiter im positiven Sinne. Darüber hinaus berichten glückliche Arbeitnehmer gerne von ihren positiven Erfahrungen im Unternehmen und prägen somit unbewusst ein attraktives Unternehmensbild.

Im nächsten Teil unserer Reihe „Mitarbeitermotivation als Teil des Employer Branding“ werden die Aspekte „freundschaftliches Verhältnis zu Kollegen“ sowie „kostenlose Getränke vom Arbeitgeber“ beleuchtet – schauen Sie doch wieder auf unserem Blog vorbei und diskutieren Sie fleißig mit!

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